LOGIN
24.04.2010: TSV Schwabmünchen - TSV Milbertshofen 30:32 (16:16)
Knapper Auswärtssieg für Mil-Herren in Schwabmünchen
Für den TSV Milbertshofen spielten:
H. Schmidbauer, V. Döring, F. Hirsmüller (2), T. Rolka (5), N. Schmäschke (6), K. Sünkenberg (2), C. Lieb (2), S. Krause (7/4), M. Bärreiter (4), D. Schneider (4)
Trainer: A. Thalmeier
1. Mil-Herren drehen Spiel in Schwabmünchen in den letzten Minuten und gewinnen am Ende etwas glücklich aber verdient mit 32:30.
Deutschlands Handball-Kaiser Heiner Brand hätte das Drehbuch für dieses Spiel nicht besser schreiben. Spielstand 31:30 für Milbertshofen, etwa 20 Sekunden vor Schluss. Mil ist in Ballbesitz, die Schwabmünchner lösen ihre Abwehr auf, spielen Mann gegen Mann, Alles oder Nichts. Plötzlich bekommt Mil-Spieler Christian Lieb den Ball. Ausgerechnet der hoch aufgeschossene 20 Jährige. Vor Monaten erst war der gebürtige Schwabmünchner zu Studienzwecken nach München gezogen und ins Mil-Trikot geschlüpft. Jetzt kann er das Spiel für seinen neuen Verein entscheiden, gegen seine alten Kumpels, gegen seinen Heimatverein Schwabmünchen, in der Sporthalle, in der er das Handball spielen gelernt hat – der Rückraum-Shooter überlegt nicht lange. Er steigt hoch und fackelt die Kugel Richtung gegnerisches Gehäuse: Unterkante-Latte, Linie, Unterkante-Latte - Tor - Traumtor. Schwabmünchens Torhüter zieht vor Schreck den Kopf ein und die Mil-Herren jubeln über den ersten Auswärtssieg seit Monaten.
Die Partie begann mit einer großen Überraschung: Schwabmünchen verteidigte nicht in ihrer, noch im Hinspiel beim Unentschieden in Mil erfolgreich erprobten, 4-2-Deckung, sondern mit einer 6-0-Formation. Die Gäste aus München konnten so ihr zuletzt gewohnt sicheres Positionsspiel aufziehen und waren anfangs immer ein Tor in Front: 3:2, 4:3, 5:4.
Dann stellte Schwabmünchens Trainer doch um und schickte in der Abwehr zwei Indianer nach vorne. Im Gegensatz zum Hinspiel waren die Mil-Herren darauf aber bestens vorbereitet. Coach Andreas Thalmeier hatte im Donnerstagstraining extra einen Spielzug erfolgreich einstudieren lassen – doch trotz guter Torausbeute konnte sich Mil nicht absetzen. Ganz im Gegenteil: Schwabmünchen kam immer besser ins Spiel und in der Deckung wirkten die Milbertshofener müde und lauffaul, als hatte sich so mancher tagsüber im Biergarten bei Radlermaß und Leberkas die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Dazu kam die Ersatz geschwächte Personaldecke: Ohne die verhinderten Szabi Sebök, Tobi Stöhr, Sebastian Malcherzyk, Johannes Reif und Fabian Humburg standen gerade mal 8 Feldspieler zur Verfügung. Mit Mühe und Not konnte Mil noch ein Unentschieden in die Pause retten – 16:16.
Nach gut bayerischer Kabinenpredigt starteten die Gäste mit neuem Mut in die zweite Halbzeit. Doch die aufgedrehte Joungster-Truppe war jetzt - angepeitscht von zahlreichen Heimfans - nicht mehr zu bändigen. Konsequent liefen die Schwabmünchner „Schnelle Mitte“, „zweite Welle“ und eilten Tor um Tor davon - 19:21, 21:23, 22:26.
Im Angriff lief es bei Milbertshofen eher unrund: Zeitspiel angezeigt, drei Mann zum Freiwurf-Block – doch Rückraum-Schütze Felix Hirsmüller verweigerte den Sprung wie so manches Springpferd vor dem Wassergraben und entschied sich lieber für einen interessanten Knick-Fall-Wurf. Was bei einer Größe von etwa 1,90 m leider nicht zum Erfolg führte. „Ich war platt!“ – so die Erklärung des Linkshänders nach dem Spiel. Und so wie ihm ging es auch anderen. Kai Sünkenberg, Heli Krause, Tomasz Rolka wirkten entkräftet und schlapp nach der langen Saison. Höhepunkt der Schwabmünchen-Euphorie: Der quirlige Links-Außen narrte Mil-Torhüter Hansi Schmidbauer mit einem gekonnten Dreher und tänzelte wie eine Primaballerina unter dem tosenden Applaus der Zuschauer mit erhobenem Zeigefinger zurück in die Abwehr. Den Gästen drohte jetzt die absolute Demütigung. Vor zwei Monaten wäre die Mil-Truppe mit mindestens 10 Toren abgeschossen worden – nicht an diesem Abend.
Wie schon in der Vorwoche beim Punktgewinn gegen Aufstiegsaspirant Friedberg zeigten die Milbertshofen Kampfgeist und Teamarbeit. Zweifellos haben die Mil-Herren zum Saisonende hin wieder zu einer stabilen Einheit gefunden, die auch Rückschläge während einer Partie problemlos wegstecken kann. Der Abstieg hätte sicher verhindert werden können, wäre die unnötige Schwächephase um den Jahreswechsel nicht gewesen.
Aber zurück zum Spiel: Der Wendepunkt kam knapp 10 Minuten vor Spielende. Schwabmünchens Abwehrrecke Nr. 1 hatte immer wieder die Mil-Spieler vollkommen übermotiviert mit Schlägen traktiert. Als er auch noch Niels Schmäschke einen Hieb verpasste und den Milbertshofener zusätzlich ankeifte und wüst beschimpfte, beging der Schwabmünchener den wohl Spiel entscheidenden Fehler: Er hatte den guten Niels in Rage versetzt, der danach voller Wut teilweise zwei Gegenspieler gleichzeitig auf dem berühmten Bierdeckel austanzte – wobei bei dem überzeugten NICHT-BIER-UND-ALKOHOL-TRINKER Niels der Vergleich mit der berühmten Telefonzelle wohl besser passen würde. Wie auch immer - die Gastgeber konnten sich nur noch mit Fouls retten.
In ständiger Überzahl setzte Mil zur Aufholjagd an: Einen 22:26-Rückstand verwandelten die Spieler von Trainer Andreas Thalmeier in eine 31:30-Vorsprung. Egal ob Rolka, Sünkenberg, Krause, Dominik Schneider oder Markus Barreiter – jeder mobilisierte noch einmal Kräfte, die eigentlich nicht mehr da waren. Auch Felix Hirsmüller wuchtete sich tapfer mit letzten Körnern in die Gegenspieler und konnte mit zwei Toren einen wichtigen Teil zum Sieg beisteuern. Die beiden Mil-Torhüter Hansi Schmidbauer und Valentin Döring brachten die Schwabmünchener immer wieder zur Verzweiflung. Der Auftritt von Christian Lieb besiegelte einen verdienten Mil-Sieg nach einer geschlossenen - am Ende - starken Mannschaftsleistung.
Frisch geduscht schnappte sich Christian Lieb nach dem Spiel 4 Bier !!!! aus dem Bierkasten und setzte sich mit stolz geschwellter Brust zu seinen ehemaligen Spielkameraden. Es versprach eine rauschende Partynacht für den 20 Jährigen in seinem Heimatörtchen zu werden – er hatte es sich verdient. In Schwabmünchen hält sich seit Sonntagfrüh hartnäckig das Gerücht, der gute Christian sei in der Nacht sogar in Anzug und Krawatte zu Bett gegangen – so wie sich das gehört nach einer grandiosen Leistung. Der TSV Milbertshofen wird noch viel Freude an dem gelernten Mitte-Spieler haben. Vielleicht schon am Sonntag, 9. Mai, in eigener Halle beim letzten Saisonspiel gegen Göggingen.
Deutschlands Handball-Kaiser Heiner Brand hätte das Drehbuch für dieses Spiel nicht besser schreiben. Spielstand 31:30 für Milbertshofen, etwa 20 Sekunden vor Schluss. Mil ist in Ballbesitz, die Schwabmünchner lösen ihre Abwehr auf, spielen Mann gegen Mann, Alles oder Nichts. Plötzlich bekommt Mil-Spieler Christian Lieb den Ball. Ausgerechnet der hoch aufgeschossene 20 Jährige. Vor Monaten erst war der gebürtige Schwabmünchner zu Studienzwecken nach München gezogen und ins Mil-Trikot geschlüpft. Jetzt kann er das Spiel für seinen neuen Verein entscheiden, gegen seine alten Kumpels, gegen seinen Heimatverein Schwabmünchen, in der Sporthalle, in der er das Handball spielen gelernt hat – der Rückraum-Shooter überlegt nicht lange. Er steigt hoch und fackelt die Kugel Richtung gegnerisches Gehäuse: Unterkante-Latte, Linie, Unterkante-Latte - Tor - Traumtor. Schwabmünchens Torhüter zieht vor Schreck den Kopf ein und die Mil-Herren jubeln über den ersten Auswärtssieg seit Monaten.
Die Partie begann mit einer großen Überraschung: Schwabmünchen verteidigte nicht in ihrer, noch im Hinspiel beim Unentschieden in Mil erfolgreich erprobten, 4-2-Deckung, sondern mit einer 6-0-Formation. Die Gäste aus München konnten so ihr zuletzt gewohnt sicheres Positionsspiel aufziehen und waren anfangs immer ein Tor in Front: 3:2, 4:3, 5:4.
Dann stellte Schwabmünchens Trainer doch um und schickte in der Abwehr zwei Indianer nach vorne. Im Gegensatz zum Hinspiel waren die Mil-Herren darauf aber bestens vorbereitet. Coach Andreas Thalmeier hatte im Donnerstagstraining extra einen Spielzug erfolgreich einstudieren lassen – doch trotz guter Torausbeute konnte sich Mil nicht absetzen. Ganz im Gegenteil: Schwabmünchen kam immer besser ins Spiel und in der Deckung wirkten die Milbertshofener müde und lauffaul, als hatte sich so mancher tagsüber im Biergarten bei Radlermaß und Leberkas die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Dazu kam die Ersatz geschwächte Personaldecke: Ohne die verhinderten Szabi Sebök, Tobi Stöhr, Sebastian Malcherzyk, Johannes Reif und Fabian Humburg standen gerade mal 8 Feldspieler zur Verfügung. Mit Mühe und Not konnte Mil noch ein Unentschieden in die Pause retten – 16:16.
Nach gut bayerischer Kabinenpredigt starteten die Gäste mit neuem Mut in die zweite Halbzeit. Doch die aufgedrehte Joungster-Truppe war jetzt - angepeitscht von zahlreichen Heimfans - nicht mehr zu bändigen. Konsequent liefen die Schwabmünchner „Schnelle Mitte“, „zweite Welle“ und eilten Tor um Tor davon - 19:21, 21:23, 22:26.
Im Angriff lief es bei Milbertshofen eher unrund: Zeitspiel angezeigt, drei Mann zum Freiwurf-Block – doch Rückraum-Schütze Felix Hirsmüller verweigerte den Sprung wie so manches Springpferd vor dem Wassergraben und entschied sich lieber für einen interessanten Knick-Fall-Wurf. Was bei einer Größe von etwa 1,90 m leider nicht zum Erfolg führte. „Ich war platt!“ – so die Erklärung des Linkshänders nach dem Spiel. Und so wie ihm ging es auch anderen. Kai Sünkenberg, Heli Krause, Tomasz Rolka wirkten entkräftet und schlapp nach der langen Saison. Höhepunkt der Schwabmünchen-Euphorie: Der quirlige Links-Außen narrte Mil-Torhüter Hansi Schmidbauer mit einem gekonnten Dreher und tänzelte wie eine Primaballerina unter dem tosenden Applaus der Zuschauer mit erhobenem Zeigefinger zurück in die Abwehr. Den Gästen drohte jetzt die absolute Demütigung. Vor zwei Monaten wäre die Mil-Truppe mit mindestens 10 Toren abgeschossen worden – nicht an diesem Abend.
Wie schon in der Vorwoche beim Punktgewinn gegen Aufstiegsaspirant Friedberg zeigten die Milbertshofen Kampfgeist und Teamarbeit. Zweifellos haben die Mil-Herren zum Saisonende hin wieder zu einer stabilen Einheit gefunden, die auch Rückschläge während einer Partie problemlos wegstecken kann. Der Abstieg hätte sicher verhindert werden können, wäre die unnötige Schwächephase um den Jahreswechsel nicht gewesen.
Aber zurück zum Spiel: Der Wendepunkt kam knapp 10 Minuten vor Spielende. Schwabmünchens Abwehrrecke Nr. 1 hatte immer wieder die Mil-Spieler vollkommen übermotiviert mit Schlägen traktiert. Als er auch noch Niels Schmäschke einen Hieb verpasste und den Milbertshofener zusätzlich ankeifte und wüst beschimpfte, beging der Schwabmünchener den wohl Spiel entscheidenden Fehler: Er hatte den guten Niels in Rage versetzt, der danach voller Wut teilweise zwei Gegenspieler gleichzeitig auf dem berühmten Bierdeckel austanzte – wobei bei dem überzeugten NICHT-BIER-UND-ALKOHOL-TRINKER Niels der Vergleich mit der berühmten Telefonzelle wohl besser passen würde. Wie auch immer - die Gastgeber konnten sich nur noch mit Fouls retten.
In ständiger Überzahl setzte Mil zur Aufholjagd an: Einen 22:26-Rückstand verwandelten die Spieler von Trainer Andreas Thalmeier in eine 31:30-Vorsprung. Egal ob Rolka, Sünkenberg, Krause, Dominik Schneider oder Markus Barreiter – jeder mobilisierte noch einmal Kräfte, die eigentlich nicht mehr da waren. Auch Felix Hirsmüller wuchtete sich tapfer mit letzten Körnern in die Gegenspieler und konnte mit zwei Toren einen wichtigen Teil zum Sieg beisteuern. Die beiden Mil-Torhüter Hansi Schmidbauer und Valentin Döring brachten die Schwabmünchener immer wieder zur Verzweiflung. Der Auftritt von Christian Lieb besiegelte einen verdienten Mil-Sieg nach einer geschlossenen - am Ende - starken Mannschaftsleistung.
Frisch geduscht schnappte sich Christian Lieb nach dem Spiel 4 Bier !!!! aus dem Bierkasten und setzte sich mit stolz geschwellter Brust zu seinen ehemaligen Spielkameraden. Es versprach eine rauschende Partynacht für den 20 Jährigen in seinem Heimatörtchen zu werden – er hatte es sich verdient. In Schwabmünchen hält sich seit Sonntagfrüh hartnäckig das Gerücht, der gute Christian sei in der Nacht sogar in Anzug und Krawatte zu Bett gegangen – so wie sich das gehört nach einer grandiosen Leistung. Der TSV Milbertshofen wird noch viel Freude an dem gelernten Mitte-Spieler haben. Vielleicht schon am Sonntag, 9. Mai, in eigener Halle beim letzten Saisonspiel gegen Göggingen.
Für den TSV Milbertshofen spielten:
H. Schmidbauer, V. Döring, F. Hirsmüller (2), T. Rolka (5), N. Schmäschke (6), K. Sünkenberg (2), C. Lieb (2), S. Krause (7/4), M. Bärreiter (4), D. Schneider (4)
Trainer: A. Thalmeier
Heli Krause


